
Italiener bei NATO-Eigenbeschuss in Lettland verletzt

Auch Italien beteiligt sich an der multinationalen NATO-Battlegroup im Baltikum und hat im Rahmen einer internationalen Brigade in Lettland 300 bis 400 Soldaten dort stationiert. Die Brigade selbst, die bis zu 3.500 Soldaten aus verschiedenen NATO-Ländern umfasst, steht unter kanadischer Leitung und hat ihr Hauptquartier im lettischen Ādaži.
Dort befindet sich auch ein Truppenübungsgelände, auf dem sich am späten Freitagnachmittag während einer Militärübung ein Vorfall von sogenanntem "Friendly fire" ereignet hat. Wie das italienische Verteidigungsministerium noch am Freitagabend bekannt gab, war während einer Schießübung von einem italienischen Militärfahrzeug aus eine Salve auf ein vorausfahrendes Fahrzeug abgefeuert worden. Die Schüsse trafen vier italienische Soldaten.

Nach Auskunft des Verteidigungsministeriums handelt es sich um Angehörige des 11. Bersaglieri-Regiments, die im Rahmen der NATO-Mission Forward Land Forces (FLF) eingesetzt waren. Die Verletzten kamen in eine medizinische Einrichtung nach Riga. Einer der vier Soldaten soll schwerer verletzt sein, Lebensgefahr besteht jedoch nicht.
INCIDENTE IN ADDESTRAMENTO IN LETTONIA
— Ministero Difesa (@MinisteroDifesa) September 25, 2026
Nel tardo pomeriggio di oggi, nel corso di un’esercitazione a fuoco presso l’area addestrativa di Ādaži, in Lettonia, si è verificato un incidente che ha coinvolto quattro militari italiani dell’Esercito, appartenenti all’11° Reggimento… pic.twitter.com/aWBKwUoddi
Warum sich die Salve aus einer nicht automatisierten Schusswaffe löste, ist noch unklar. Informationen der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge könnte es sich bei den beiden in den Vorfall involvierten Fahrzeugen um Schützenpanzer vom Typ Dardo gehandelt haben. Der Feuerstoß erfolgte demnach aus einem auf dem Panzer installierten 7,62-mm-Maschinengewehr.
Die Verletzungen konnten laut ANSA deshalb geschehen, weil die Heckklappe des vorderen Dardo geöffnet war – mutmaßlich, um der Besatzung den Ausstieg zu ermöglichen. Das italienische Verteidigungsministerium kündigte an, die Ursachen für den Eigenbeschuss zu klären.
Die Intensivierung von NATO-Übungen im Baltikum hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unglücken bei Manövern geführt. So kam im November letzten Jahres auf dem litauischen Truppenübungsplatz Pabradė ein belgischer Soldat während einer Übung mit scharfer Munition ums Leben. Wenige Tage darauf schossen NATO-Truppen bei einer Übung auf ein Waldstück, während sich noch norwegische Soldaten darin befanden. Sie entgingen den Schüssen nur knapp.
Der bekannteste Vorfall dieser Art hatte sich in Pabradė im März 2025 ereignet, als vier US-Soldaten zusammen mit ihrem 70 Tonnen schweren Bergepanzerfahrzeug M88 Hercules in einem Torfmoor versanken, das für sie zur tödlichen Falle wurde.
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