Nahost

Huthi rücken im Jemen vor – Trump stoppt offenbar geplante US-Luftangriffe

Die Huthi weiten ihre Offensive im Jemen aus und versuchen, strategische Bergstellungen am Roten Meer zu erobern. Während Saudi-Arabien mit Luftangriffen reagiert, soll Trump geplante Angriffe auf die Miliz kurzfristig gestoppt haben. In der Straße von Hormus wurde zuletzt ein Schiff von einem Geschoss getroffen.
Huthi rücken im Jemen vor – Trump stoppt offenbar geplante US-Luftangriffe

Huthi-Kämpfer haben am Montag versucht, strategisch wichtige Bergstellungen im Jemen einzunehmen, um die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen von der Küste des Roten Meeres abzuschneiden. Zuvor hatte die New York Times berichtet, US-Präsident Donald Trump habe geplante US-Luftangriffe auf die Huthi kurzfristig abgesagt.

Der Vorstoß der von Iran unterstützten Huthi in diesem Monat hat den Konflikt im Nahen Osten auf ein weiteres Gebiet ausgeweitet und die Bedrohung der globalen Energieversorgung verschärft. Die USA haben bislang wiederholte Bitten des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman zurückgewiesen, sich an den Kämpfen im Jemen zu beteiligen.

Laut New York Times hatte die Trump-Regierung nach erneuten Bitten des saudischen Kronprinzen für Sonntag Luftangriffe auf die Huthi vorbereitet. Trump habe die Angriffe jedoch in letzter Minute abgesagt – selbst als Soldaten bereits Bomben auf die Flugzeuge geladen hätten.

Raschid al-Alimi, der in Riad ansässige Präsident der von Saudi-Arabien unterstützten und international anerkannten jemenitischen Regierung, bat Trump am Sonntag telefonisch um militärische Unterstützung der USA. Trump soll während des Telefonats keine direkte Zusage für eine Unterstützung gemacht haben.

Am Samstag wurde Riad offenbar erstmals seit Beginn der Eskalation angegriffen. In der Nähe des Flughafens waren Explosionen zu hören und Rauch zu sehen. Die Huthi erklärten, sie hätten Raketen auf die saudische Hauptstadt abgefeuert. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht dazu.

Der britische Premierminister Andy Burnham sagte am Montag, er habe dem saudischen Ersuchen zugestimmt, für begrenzte Zeit eine defensive Luft-Luft-Betankung bereitzustellen. Dies solle dazu beitragen, die Stabilität in der Region zu sichern. Großbritannien und Saudi-Arabien sind seit Jahrzehnten enge militärische Partner. Großbritannien zählt zu den wichtigsten Waffenlieferanten des Königreichs. Ein französischer Diplomat sagte, Paris sei bereit, sich am Schutz der saudischen Energieinfrastruktur in Yanbu an der Küste des Roten Meeres sowie des Korridors der East-West-Pipeline zu beteiligen.

Die Huthi versuchen unterdessen, strategisch wichtige Bergstellungen – die sogenannten Kahboub-Berge – in den Provinzen Taizz und Lahidsch einzunehmen. Das Gebirge trennt die Küste des Roten Meeres vom regierungskontrollierten Süden und liegt zwischen der Bab-al-Mandab-Straße am Eingang zum Roten Meer und dem Regierungssitz Aden.

"Die Regierungstruppen befinden sich nach dem Verlust des Gebiets um Bab al-Mandab offenbar weitgehend in der Defensive. Die Huthi versuchen dagegen, trotz der intensiven [saudischen] Luftangriffe den Schwung ihrer Offensive aufrechtzuerhalten", sagte der jemenitische Journalist Mohammed al-Qadhi. Die Kontrolle über die strategisch gelegenen Berge könnte entscheidend dafür sein, ob die Huthi ihre jüngsten Gebietsgewinne festigen oder die Regierungstruppen die für eine Gegenoffensive notwendigen Stellungen halten können, sagte al-Qadhi.

Der Vorstoß der Huthi am Roten Meer droht nun, die wichtigste alternative Route Saudi-Arabiens für Ölexporte zu blockieren, mit der das Königreich bislang Störungen in der Straße von Hormus umgehen konnte.

Saudi-Arabien hat deshalb seine Ölexporte durch die Straße von Hormus ausgeweitet. Eine kleine Zahl von Tankern pendelt zunehmend durch die Meerenge, um Öl aus dem Persischen Golf zu bringen. Wegen des Kriegsrisikos verlangen die Betreiber dafür Rekordgebühren von bis zu einem Viertel des Wertes der Ladung. Anschließend wird das Öl im Indischen Ozean auf andere Schiffe umgeladen, die es zu Abnehmern in Asien und anderen Regionen transportieren.

Der Preis für Rohöl ist inzwischen in Richtung 100 Dollar je Barrel gefallen, nachdem er vergangene Woche zeitweise fast 110 Dollar erreicht hatte. Verbraucher und Industrie müssen für bestimmte raffinierte Kraftstoffe allerdings weiterhin Rekordpreise zahlen. In den USA erreichte der Dieselpreis an den Tankstellen am Montag einen neuen Höchststand.

Bei dem jüngsten gemeldeten Zwischenfall in der Straße von Hormus teilte die britische maritime Sicherheitsbehörde UKMTO mit, ein Schiff auf dem Weg in die Meerenge sei von einem Projektil getroffen worden. Dabei seien Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden. Zudem habe die Behörde von einem früheren Angriff auf einen Gastanker erfahren.

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